Policendarlehen

Bei der Lebensversicherung handelt es sich um eine langfristige Kapitalanlage. Der Anleger bekommt seine angesparten Beiträge erst zum Ende der Vertragslaufzeit ausgezahlt. Die Auszahlung kann also noch viele Jahre auf sich warten lassen. Es gibt aber auch immer wieder Situationen, in denen es notwendig ist, vorzeitig auf sein Kapital zugreifen zu können. Dann gibt es die Möglichkeit, die Lebensversicherung zu kündigen oder einen Policenverkauf durchzuführen. Doch gerade bei der Kündigung einer Lebensversicherung muss der Anleger mit nicht unerheblichen Abschlägen rechnen. Eine weitere Alternative zur Kündigung der Lebensversicherung ist das sogenannte Policendarlehen. Wir erläutern Ihnen, wie ein Policendarlehen funktioniert und welche Vorteile und Nachteile mit einem Policendarlehen verbunden sind.

Lebensversicherung als Sicherheit beim Policendarlehen

Das Prinzip, das hinter dem Policendarlehen steckt, ist relativ simpel. Der Anleger lässt die Lebensversicherung unverändert weiterlaufen. Gleichzeit nimmt er sich in Form des Policendarlehen einen Kredit auf. Damit eignet sich das Policendarlehen sehr gut, um einen kurzfristigen Liquiditätsengpass zu überbrücken, ohne dass die Lebensversicherung direkt gekündigt werden muss. Als Sicherheit für dieses Policendarlehen dient die Versicherungspolice. Dadurch sind die Zinskonditionen beim Policendarlehen in der Regel günstiger als bei einem normalen Ratenkredit.

Policendarlehen trotz ruhender Lebensversicherung

Ein Policendarlehen kann direkt bei der Versicherungsgesellschaft, bei der man die Lebensversicherung abgeschlossen hat, beantragt werden. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit, das Policendarlehen bei einem auf den Zweitmarkt für Lebensversicherung spezialisierten Unternehmen zu beantragen. Ein Policendarlehen kann übrigens auch dann noch in Anspruch genommen werden, wenn die Lebensversicherung zuvor beitragsfrei gestellt wurde.

Maximale Darlehenssumme beim Policendarlegen

Beim Policendarlehen entspricht die maximale Darlehenssumme dem Rückkaufswert der Lebensversicherung. Das Policendarlehen wird spätestens mit Ablauf der Versicherungslaufzeit, also zum Zeitpunkt der Auszahlung, getilgt. Häufig wird dem Kreditnehmer aber auch gestattet, das Policendarlehen vorzeitig abzulösen.

Fazit

Ein Policendarlehen ist vor allem dann zu empfehlen, wenn der Anleger die liquiden Mittel nur kurzfristig benötigt. Die Absicherung durch die Lebensversicherung bleibt dann trotz Policendarlehen weiterhin uneingeschränkt bestehen.